Privatstrom

Die Liberalisierung des Strommarktes erlaubt es heute auch privaten Stromkunden, den Stromanbieter problemlos zu wechseln. Allerdings machen bislang nur wenige Privatkunden von der Möglichkeit des Privatstroms Gebrauch, obwohl die Stromrechner der entsprechenden Internetportale es ermöglichen, sowohl Tarifvergleiche als auch einen Anbieterwechsel bequem online durchzuführen. Die Kündigungsfristen für den bisherigen Vertrag betragen üblicherweise vier bis sechs Wochen, allerdings existieren auch langfristige Verträge, die sich jeweils automatisch ein Jahr verlängern. Ein Sonderkündigungsrecht hat der Kunde in jedem Fall bei einer Preiserhöhung. Um die dafür vorgesehene Frist nicht zu versäumen, sollte der Kunde in diesem Fall selbst schriftlich kündigen. Im Normalfall ist dies nicht erforderlich, da der neue Anbieter die Kündigung übernimmt.

Die vier großen Stromanbieter für Privatstrom besitzen nach wie vor einen Marktanteil von ca. 80 Prozent und nehmen damit eine monopolähnliche Stellung ein, die entsprechende Auswirkungen auf ihre Preispolitik hat. Ein Wechsel zu einem kleineren Anbieter für Privatstrom kann daher mit erheblichen Einsparungen verbunden sein.

Die geringe Wechselbereitschaft der Kunden ist zumindest teilweise auf wie verbreitete Irrtümer zurückzuführen. Der erste Irrtum besteht in der Annahme, ein Wechsel des Anbieters berge das Risiko einer Unterbrechung der Stromversorgung. Diese möglicherweise durch unangenehme Erfahrungen beim nicht immer reibungslosen Wechsel des Telefon- oder Internetproviders verursachte Befürchtung ist unbegründet. Der bisherige Stromversorger ist in jedem Fall zur weiteren Belieferung verpflichtet, bis der neue Anbieter die Lieferung übernimmt. Ebenfalls unbegründet ist die Befürchtung, es seien Elektroinstallationsarbeiten durchzuführen. Dies ist nicht der Fall. Außer einer schriftlichen Mitteilung, dass nunmehr der neue Anbieter die Lieferung von Privatstrom übernommen hat, bemerkt der Kunde vom Wechsel des Anbieters nichts!

Bevor der Kunde mit einem Stromrechner einen Tarifvergleich durchführt, sollte er sich in seiner aktuellen Stromrechnung über seinen Stromverbrauch und seine aktuellen Stromkosten informieren. Da die verschiedenen Anbieter für Privatstrom die Kosten in unterschiedlicher Weise auf die festen und die verbrauchsabhängigen Preisbestandteile aufteilen, ist ein wirklicher Preisvergleich nur möglich, wenn der tatsächliche Verbrauch ungefähr bekannt ist. Bei diesem Preisvergleich muss auch beachtet werden ob im Preis des neuen Anbieters Bonuszahlungen für Neukunden enthalten sind, die nach dem ersten Jahr entfallen. Üblich sind beispielsweise Rabatte zwischen drei und zehn Prozent.

Des Weiteren sollte er sich entschieden haben, ob für ihn eine jährliche Vorauszahlung akzeptabel ist. Diese so genannten Prepaid Tarife für Privatstrom sind in der Regel besonders günstig, allerdings trägt der Kunde dabei ein finanzielles Risiko im Fall der Insolvenz des Anbieters. Eine Unterbrechung der Stromversorgung droht aber auch in diesem Fall nicht, da der lokale Versorger auch dann verpflichtet ist, die Versorgung nahtlos zu übernehmen.

Hier geht es direkt zum Stromrechner.